Die Allee der Gerechten
bis 12. Oktober in Graz.

Bis 12. Oktober 2012 sind die Mariahilferstraße - beginnend beim Kunsthaus - und der Mariahilferplatz in Graz für die Zeit des Steirischen Herbstes die Allee der Gerechten.
90 Österreicherinnen und Österreicher gelten als „Gerechte unter den Völkern“, weil sie im NS-Regime verfolgte Menschen vor der Deportation und Ermordung retteten oder zu retten versuchten – so wie der Deutsche Oskar Schindler, dessen Geschichte durch den Film „Schindlers Liste“ bekannt wurde.
Doch die Namen der 90 österreichischen Gerechten, deren Taten eindrucksvoller nicht sein könnten, sind weitgehend unbekannt.Um die Lebensgeschichten dieser großen Vorbilder einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, werden diese Menschen und ihr couragiertes Handeln nun in ganz Österreich präsentiert - in einer einzigartigen Installation
aus stilvoll gestalteten Transparentstoffen, dreidimensionalen Namenszügen, schlichten Lese.Zeichen und spannenden Veranstaltungen: DIE GERECHTEN.
Es ist gerade heute besonders wichtig, an jene zu erinnern, denen das Schicksal rassisch, politisch oder religiös Verfolgter nicht gleichgültig war und die ihr Leben riskierten, weil sie nicht
bereit waren, ihre Ideale und ihre Mitmenschlichkeit zu opfern. Die Auseinandersetzung mit den Gerechten von damals kann heute mithelfen, Menschen zu Zivilcourage zu ermutigen.
Es sind Menschen wie Raimund Titsch, der gemeinsam mit Julius Madritsch und Oswald Bosko Hunderte Juden vor der Deportation ins KZ rettete, indem sie diese in mehreren Fabriken beschäftigten. Wie Anna Maria Haas aus Wien, die zunächst in ihrer eigenen Wohnung eine Familie vor den Nazis versteckte und danach Sido
nie und Josef Rubin-Bittmann half, im Untergrund zu überleben – samt deren mitten im Holocaust im Keller geborenen Sohn Fritz. Wie Franz Leitner aus Wiener Neustadt, der im KZ Buchenwald mehr als 150 Kinder vor der Ermordung gerettet hat. Wie Edeltrud Posiles, die gemeinsam mit ihrer Schwester über Jahre hinweg drei Männer versteckt hielt.DIE GERECHTEN kamen aus allen Schichten der Bevölkerung: Es waren Ärzte, Schauspieler, Bauern, Polizisten, Soldaten, die ihrem Gewissen folgend unter Einsatz ihres Lebens und ohne finanzielle Gegenleistung Juden gerettet haben – humanistisches Handeln mit Herz und Hirn: Zivilcourage.So erfahren die Namen und Geschichten jener Österreicherinnen und Österreicher, die als „Gerechte unter den Völkern“ gelten, weil sie Menschen vor der Ermordung durch die Nazis gerettet haben, jene Aufmerksamkeit, Öffentlichkeit und Ehre, die sie verdienen.
Die Auseinandersetzung mit ihren Taten kann mithelfen, gegen Rassismus zu immunisieren und bewusst machen, dass es immer möglich ist, zu helfen.
Auf würdevoll gestalteten Transparent-Stoffen werden die Namen und Taten der 90 Gerechten vorgestellt.
Zudem werden zu jedem einzelnen/jeder einzelnen Gerechten Lese.Zeichen mit seiner/ihrer persönlichen Lebensgeschichte gestaltet. Diese „Lese.Zeichen“ werden rund um den Ausstellungs-Ort verteilt.
Ein für alle sichtbares Zeugnis dafür, dass es selbst in dunkelsten Zeiten möglich ist, sich menschlich zu verhalten.
Die "Allee der Gerechten" wurde erstmals im Mai 2011 auf der Wiener Ringstraße - zwischen Oper und Burgtheater - installiert. Im Mai 2012 wurde der Neue Platz in Klagenfurt zur Allee der Gerechten. Im August wurde der Kurpark in Salzburg zur Allee der Gerechten. Nach der derzeitigen Ausstellung in Graz wird das Projekt heuer noch in Linz und Innsbruck zu sehen sein.
"Allee der Gerechten" in Salzburg
