Die letzten Zeugen - Das Buch

LUCIA POLLREIS


 
 

LUCIA POLLREIS

gemeinsam mit:


Die Geschäftsfrau, die jahrelang drei Juden versteckte

Die junge Wienerin Luci Pollreis hat zwei Jüdinnen und einen Juden drei Jahre lang versteckt – in ihrer Wohnung in der Turnergasse 32 im 15. Wiener Bezirk, in ihrem Betrieb sowie in ihrem Landhaus in der Ramsau bei Hainfeld. Die Geschäftsfrau stellte Max Arnold als Schneider ein und besorgte ihm, seiner Frau Johanna und dessen Schwester Leopoldine Stern ein Versteck bei Maria Schauer.

Nach dem Anschluss im März 1938 begannen die Nazis, den jüdischen Schneider Max Arnold zu verfolgen. Er lebte zu dieser Zeit in Pressbaum außerhalb von Wien. 1942 bekam er eine Nachricht, dass er nach Wien kommen und sich dort registrieren lassen solle. Nach Wien zog er wirklich, aber registrieren ließ er sich nicht. Er heiratete seine Frau Johanna.

Sie, ihr Mann Max und dessen Schwester Leopoldine Stern beschlossen, sich in der Stadt zu verstecken. Sie kontaktierten Lucia Pollreis, eine Geschäftsfrau. Diese stellte Max Arnold als Schneider ein und besorgte den Verfolgten ein Versteck bei Maria Schauer.

Da Maria Schauer im Sommer immer Besuch von einer prominenten Nazi-Frau bekam, lebten Max und Johanna Arnold und Leopoldine Stern in diesen Monaten bei Lucia Pollreis. Deren Mann, der in der deutschen Armee kämpfte, wollte nicht, dass Pollreis die Juden unterstützt. Sie tat es aber trotzdem.

Während Max Arnold, Johanna Arnold und Leopoldine Stern gerade bei Maria Schauer unterkamen, wurde die Gestapo einmal misstrauisch. Ein Licht zu viel hatte gebrannt. Die Polizisten ließen sich aber schon an der Tür wieder abwimmeln, da Maria Schauer keine Unsicherheit gezeigt hatte.
 
Max und Johanna Arnold und Leopoldine Stern lebten nach dem Krieg weiter in Wien.

Siehe Meisels (1996) "Die Gerechten Österreichs"
Siehe auch Gutman et al. (2005) "Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher"

Home > Die Gerechten > Lucia Pollreis