Liste der Ermordeten


Folgende Informationen sind von Margarete Mattis verfügbar:

geboren am 13.10.1926 in
letzte bekannte Wohnadresse
andere Wohnadresse(n)
Deportation von Wien nach Litzmannstadt am 28.10.1941
gestorben - Todesdatum unbekannt -
Die Recherche wurde von Stefanie, 14 Jahre, RG Lambach, übernommen.

Die Lebensgeschichte und wie die Recherche verlaufen ist:

Margarete Mattis wurde am 13.10. 1926 geboren. Ihre Mutter Malwine Mattis war damals 23 Jahre alt. Kurz nach Margaretes 15. Geburtstag (28.10.1941) wurden beide mit weiteren 5000 Juden aus Wien ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Sie waren in Massenquartieren untergebracht und litten unter mangelnder Hygiene und Hunger. Bis zum Mai 1942 starben 771 an Hunger, Krankheit und Erschöpfung. Die „arbeitsunfähigen“ Juden wurden ins Vernichtungslager Chelmno transportiert, wo sie in Gaswägen getötet wurden. Im Sommer 1942 war nur mehr die Hälfte der Wiener Juden am Leben. Im August 1944 wurde das Ghetto aufgelöst und die noch lebenden 300 Insassen nach Auschwitz deportiert. Nur 34 der nach Litzmannstadt deportierten Wiener Juden haben die Befreiung überlebt. Es ist nicht bekannt, ob Margarete zu ihnen gehörte.

Der Brief an den/die Ermordete/n :

Liebe Margarete!
Obwohl wir lange recherchiert haben, haben wir wenig über dich und dein Leben herausgefunden. Uns ist aber klar geworden, dass es ein unwahrscheinlich schweres Leben war. Du warst nicht viel älter als wir, als du in ein Ghetto gebracht wurdest. Von uns kann sich wahrscheinlich keiner vorstellen, was es heißt mit 15 in ein Ghetto zu kommen und dort in Massenquartieren mit Leuten, die du nicht kanntest, zu wohnen, Hunger zu leiden und schwere Krankheiten durchzustehen. Du musstest zusehen wie Tausende von Menschen an der Folge von Kälte, Krankheiten, Unterernährung und Erschöpfung starben. Dein Leben war sehr hart und wir denken dass man es niemanden zumuten kann, so zu leben.
Deine Guggi u. Steffi

Der Brief an die Zukunft (stieg am 5. Mai 2003 an einem Luftballon gebunden in den Himmel):

Wir sind der Meinung, dass so etwas, wie im 2. Weltkrieg, nie wieder passieren darf und dass Leute mit einer anderen Religion oder mit einer Behinderung trotzdem ein Recht zum Leben haben. Wir dürfen Leute nicht unterdrücken, demütigen und diskriminieren nur weil sie eine andere Herkunft, Hautfarbe, Religion oder eine andere Meinung haben. Das was Hitler damals gemacht hat, war ein unverzeihlicher Fehler und wir dürfen in Zukunft nicht auch so einen Fehler machen, denn auch Juden und Behinderte haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben.
Guggi und Steffi

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